Aktueller Stand bei krankheitsresistenten Rebsorten (DRV): Erkenntnisse aus Expertenrunden in sechs europäischen Ländern.
Hindernisse, Chancen und Perspektiven für die Einführung nachhaltiger Rebsorten im europäischen Weinbau.
Detaillierte Beschreibung
Krankheitsresistente Rebsorten (DRV/PIWI) gelten als Schlüsselinnovationen für einen nachhaltigeren Weinbau. Ihre breitere Einführung wird jedoch durch rechtliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Hindernisse erschwert. Ziel dieser Studie war es, durch die Befragung interdisziplinärer Expertengruppen in sechs europäischen Ländern die wichtigsten Hindernisse und Chancen für die Integration von DRV zu identifizieren, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf nationalen Unterschieden in Bezug auf Regulierung, Marktstrukturen und Akzeptanz bei den Interessengruppen lag.
Die kombinierten Ergebnisse aus 74 Antworten der Expertenbefragung und ausführlichen Podiumsdiskussionen zeichnen ein gemischtes Bild: Während politische Unsicherheit, restriktive Weinklassifizierungsvorschriften und ein geringes Bewusstsein der Verbraucher die Verbreitung von DRV einschränken, bieten die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Produkten, wegweisende Unternehmen und neue Verbrauchersegmente ein klares Potenzial. Die Podiumsdiskussionen betonten die Notwendigkeit regionaler Versuchsstandorte, länderspezifischer Strategien und klarer Kommunikationsmaßnahmen. Der kulturelle Kontext und die Integration in bestehende Wertschöpfungsketten wurden als entscheidende Faktoren für die Akzeptanz und die Marktrelevanz identifiziert.
DRV können den Pestizideinsatz reduzieren und die Klimaresilienz verbessern, was den Erzeugern klare wirtschaftliche Vorteile bietet. Die Integration in die Praxis erfordert jedoch verbesserte rechtliche Rahmenbedingungen – insbesondere hinsichtlich der Sortenregistrierung und der Weinklassifizierung – sowie gezielte Aufklärung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Ergebnisse der Podiumsdiskussionen unterstreichen die Bedeutung von Infrastrukturen für angewandte Forschung, kooperativen Kommunikationsformaten und maßgeschneiderten Marketingstrategien. Ein koordinierter Ansatz, der regulatorische Flexibilität, finanzielle Anreize und Sensibilisierung der Öffentlichkeit kombiniert, wird empfohlen, um das Innovationspotenzial von DRVs im europäischen Weinbau zu erschließen.
Zu den wichtigsten Hindernissen zählen rechtliche Unsicherheiten, eine begrenzte Anerkennung in Weinklassifizierungssystemen und ein geringes Bewusstsein bei den Verbrauchern. Fördernde Faktoren sind die wachsende Nachfrage nach Nachhaltigkeit, vielversprechende Pilotinitiativen und positive Erfahrungen in innovativen Regionen. Um eine breitere Einführung von DRV zu fördern, sollten sich künftige Maßnahmen auf Regulierungsreformen, länderübergreifenden Wissensaustausch, regionale Versuche und strategisches Marketing konzentrieren. Botschaft an die Praxis: Frühzeitige Investitionen in DRV können die Widerstandsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe verbessern und die Inputkosten senken. Die Einbindung in Forschungsnetzwerke und Demonstrationsstandorte kann den Übergang erleichtern und neue Marktchancen eröffnen.
Inhaltsbeschreibung
- Projekt
GrapeBreed4IPM
Developing sustainable solutions for viticulture through multi-actor innovation targeting breeding for integrated pest management
- Standort
- Austria, Switzerland, France, Italy, Spain, Germany
- Verfasser*innen
- Katharina Kleiner, Miriam Jäger, Hochschule Fur Wirtschaft Und Gesellschaft Ludwigshafen (HWG)
- Zweck
- Implement best practices, Learn and develop skills
- Dateiformat
- Dokument
- Erstellt am
- 10. Feb. 2026
- Originalsprache
- English
- Offizielle Projekt-Webseite
- GrapeBreed4IPM
- Lizenz
- Other
- Schlagworte